Logo der Dynamity Group GmbH

D365 SCM 10.0.48: Produktlebenszyklus flexibel steuern

Product Lifecycle States in Dynamics 365 SCM gezielt steuern, ohne Engineering Change Management

Mit Dynamics 365 Supply Chain Management 10.0.48 erweitert Microsoft die Nutzung von Product lifecycle states für freigegebene Produkte und Produktvarianten außerhalb von Engineering Change Management. Lebenszyklusstatus dienen damit nicht nur der Beschreibung einer Phase wie Prototype, Active, Obsolete oder End-of-life. Sie können zugleich als fachliche Leitplanken wirken und bestimmen, in welchen Geschäftsprozessen ein Produkt weiterhin verwendet werden darf.

 

Die Erweiterung richtet sich an Unternehmen, die Standardprodukte über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg transparenter und kontrollierter steuern möchten, ohne dafür ein vollständiges Engineering Change Management einzusetzen. Der Schwerpunkt liegt auf einer verständlichen Verbindung zwischen Produktstatus, operativer Nutzung und Planungsrelevanz. 

Systemvoraussetzungen

Für die Nutzung der Funktion sind folgende grundlegende Systemvoraussetzungen zu berücksichtigen:

  • Microsoft Dynamics 365 Supply Chain Management 10.0.48 oder höher.
  • Die Funktion Configure Product Lifecycle State business process policies without Engineering change management ist in Funktionsverwaltung aktiviert.
  • Berechtigungen für Product information management, die Pflege von Product lifecycle states und die Zuordnung an released products sind vorhanden.

 

Vom Produktstatus zur aktiven Prozesssteuerung

In vielen Organisationen zeigt ein Produktstatus zwar an, ob ein Artikel aktiv, im Auslauf oder bereits abgekündigt ist. Für die tägliche Arbeit reicht diese Information allein jedoch häufig nicht aus. Entscheidend ist, welche Auswirkungen der Status auf Einkauf, Verkauf, Produktion, Planung und Prognosen hat.

 

Product lifecycle states verbinden deshalb die fachliche Einordnung eines Produkts mit seiner operativen Verwendung. Der Status informiert nicht nur darüber, in welcher Phase sich ein Produkt befindet, sondern kann zugleich klare Leitplanken für die zulässigen Geschäftsprozesse setzen. Dadurch wird der Lebenszyklusstatus zu einem aktiven Steuerungselement im Produktmanagement.

 

Die Funktion unterstützt insbesondere Szenarien, in denen Produkte kontrolliert eingeführt, regulär genutzt, schrittweise aus dem Sortiment genommen oder endgültig stillgelegt werden. Statt Entscheidungen ausschließlich über Arbeitsanweisungen, separate Listen oder manuelle Abstimmungen abzusichern, können die relevanten Regeln näher am Produktstatus abgebildet werden.

Welche Geschäftsbereiche werden unterstützt?

Die Wirkung von Product lifecycle states kann mehrere zentrale Abläufe in Dynamics 365 Supply Chain Management betreffen:

 

  • Einkauf: Orientierung, ob ein Produkt weiterhin für neue Beschaffungsvorgänge vorgesehen ist.
  • Verkauf: Klarheit, ob ein Produkt noch regulär angeboten und in neuen Verkaufsvorgängen verwendet werden soll.
  • Produktion: Abbildung, ob ein Produkt in produktionsbezogenen Prozessen weiterhin relevant ist.
  • Planung: Steuerung, ob ein Produkt in Master planning und bei Berechnungen auf BOM level berücksichtigt wird.
  • Prognosen: Berücksichtigung des Lebenszyklusstatus bei der vorgesehenen Verwendung in Forecast-Prozessen.

     

Welche Prozesse tatsächlich zugelassen oder eingeschränkt werden, richtet sich nach dem jeweiligen Lebenszyklusstatus und dem fachlichen Zielbild des Unternehmens. Die folgende Darstellung zeigt beispielhaft, wie Geschäftsprozesse abhängig vom Status zugelassen oder gesperrt werden können. Sie stellt keine allgemeingültige Standardkonfiguration dar.

Planungsrelevanz gezielter steuern

Ein wichtiger Bestandteil des Funktionsumfangs ist die Verbindung zum Master planning. Über die Planungsrelevanz eines Lebenszyklusstatus kann festgelegt werden, ob Produkte dieses Status weiterhin in Planungsberechnungen und auf BOM level einbezogen werden. Damit lässt sich die Planung gezielter an der tatsächlichen Produktstrategie ausrichten.

 

Gerade bei auslaufenden oder endgültig stillgelegten Produkten ist diese Differenzierung relevant. Reguläre neue Planung kann für nicht mehr aktive Produkte vermieden werden, während Entscheidungen zu Restbeständen, offenen Bedarfen oder bestehenden Aufträgen weiterhin bewusst getroffen werden müssen.

Was sich für Business und Anwender verändert

Aus Business-Sicht unterstützt die Funktion eine konsistentere Produktstrategie. Produktfreigabe, aktive Marktphase, Auslauf und Stilllegung lassen sich klarer voneinander abgrenzen und mit der vorgesehenen operativen Nutzung verbinden.

 

Für Anwender entsteht mehr Orientierung im Tagesgeschäft. Der Lebenszyklusstatus vermittelt nicht nur die fachliche Einordnung eines Produkts, sondern schafft zugleich nachvollziehbare Grenzen für dessen weitere Verwendung. Das reduziert Missverständnisse zwischen Produktmanagement, Einkauf, Vertrieb, Produktion und Planung.

 

Für Verantwortliche in Stammdaten und Governance entsteht eine bessere Grundlage, Regeln einheitlich zu gestalten. Das ist besonders hilfreich, wenn mehrere Teams, Standorte oder juristische Personen mit denselben oder ähnlichen Produktdaten arbeiten.

Was Unternehmen dadurch gewinnen

  • Einheitliche Steuerung des Produktlebenszyklus über beteiligte Fachbereiche hinweg.
  • Mehr Sicherheit beim kontrollierten Einführen, Auslaufen und Stilllegen von Produkten.
  • Weniger manuelle Abstimmungen zwischen Produktmanagement und operativen Bereichen.
  • Bessere Nachvollziehbarkeit produktbezogener Entscheidungen.
  • Planungsprozesse, die sich gezielter an der Produktstrategie ausrichten lassen.
  • Ein praxistauglicher Ansatz für Standardprodukte außerhalb umfassender technischer Änderungsprozesse.

Die fachliche Basis für eine erfolgreiche Nutzung

Für eine erfolgreiche Nutzung ist zunächst ein gemeinsames fachliches Verständnis des Produktlebenszyklus entscheidend. Unternehmen sollten klären, welche Phasen für das eigene Sortiment relevant sind und welche Bedeutung ein Status für die beteiligten Geschäftsbereiche haben soll. Im Mittelpunkt steht ein konsistentes Zielbild für die Steuerung von Produkten und Varianten.

 

Ebenso wichtig ist die Abstimmung zwischen Produktmanagement, Einkauf, Verkauf, Produktion, Planung und Stammdatenverantwortlichen. Ein Lebenszyklusstatus entfaltet seinen Nutzen vor allem dann, wenn alle beteiligten Bereiche dieselben Begriffe verwenden und die operative Bedeutung der einzelnen Phasen nachvollziehen können.

 

Engineering Change Management bleibt die geeignete Lösung für umfassende technische Änderungsprozesse. Die Erweiterung in Version 10.0.48 ergänzt dieses Spektrum um eine fokussierte Möglichkeit, Status- und Prozessregeln für freigegebene Standardprodukte und Produktvarianten abzubilden.

Fazit

Mit der erweiterten Nutzung von Product lifecycle states in Dynamics 365 Supply Chain Management 10.0.48 gewinnt der Produktstatus deutlich an geschäftlicher Relevanz. Lebenszyklusphasen lassen sich verständlich abbilden und enger mit der vorgesehenen operativen Nutzung verbinden.

Damit entsteht eine gemeinsame Sprache für Business und Anwender: Produktmanagement definiert die fachliche Phase, während die betroffenen Bereiche klarer erkennen, wie ein Produkt in Beschaffung, Verkauf, Produktion und Planung behandelt werden soll. Für Organisationen ohne vollständiges Engineering Change Management bietet die Funktion einen praxisnahen Ansatz für mehr Transparenz, Governance und Prozesssicherheit.

 

Weiterführende Informationen

Neuerungen in D365 SCM 10.0.48

Produktlebenszyklusstatus - SCM

Produktlebenszyklus flexibel und sicher steuern

Mit Product Lifecycle States in Dynamics 365 Supply Chain Management steuern Sie Produkte und Varianten gezielt über ihren gesamten Lebenszyklus. Verbinden Sie Produktstatus mit Einkauf, Verkauf, Produktion und Planung und schaffen Sie mehr Transparenz und Prozesssicherheit, auch ohne Engineering Change Management.

SCM-Lösung entdecken

Jetzt Beratung anfragen