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D365 SCM 10.0.48: Procurement Agent mit Supplier Communications und Impact Analysis

Mit Version 10.0.48 erweitert Microsoft den Procurement Agent um intelligente Funktionen für die Verarbeitung von Lieferantenkommunikation und die Analyse geschäftlicher Auswirkungen. Eingehende Lieferanten-E-Mails werden automatisch erkannt, den relevanten Bestellungen zugeordnet und hinsichtlich möglicher Risiken oder Prozessauswirkungen bewertet. Einkaufsmitarbeitende erhalten dadurch einen umfassenden Überblick über Abweichungen wie Terminverschiebungen, Mengenänderungen oder Stornierungen und können notwendige Maßnahmen frühzeitig einleiten.

Wie Supplier Communications und Impact Analysis zusammenarbeiten 

Mit Dynamics 365 Supply Chain Management ab Version 10.0.48 wird der Procurement Agent um zwei zentrale KI-gestützte Funktionen erweitert: Supplier Communications und Impact Analysis. Ziel ist es, den manuellen Aufwand im Einkauf spürbar zu reduzieren und die Auswirkungen von Lieferantenänderungen frühzeitig transparent zu machen. 

 

Die beiden Fähigkeiten des Procurement Agent arbeiten innerhalb eines durchgängigen Beschaffungsprozesses eng zusammen. Zunächst übernimmt Supplier Communications die Verarbeitung der Kommunikation rund um Einkaufsbestellungen. Eingehende Lieferanten-E-Mails werden automatisch klassifiziert, der passenden Einkaufsbestellung zugeordnet und auf Bestätigungen oder Änderungsanforderungen analysiert. 

 

Erkennt der Procurement Agent eine für die Versorgung relevante Änderung, beispielsweise einen verschobenen bestätigten Liefertermin, eine Mengenreduzierung oder die Stornierung einer Bestellposition, kann anschließend die Funktion Impact Analysis die möglichen Auswirkungen auf nachgelagerte Geschäftsprozesse bewerten. 

 

Hierfür analysiert Impact Analysis die vorhandenen Abhängigkeiten zwischen Versorgung und Bedarf und ermittelt, ob Bestände, Produktionsaufträge, Verkaufsaufträge oder Umlagerungsaufträge von der Änderung betroffen sein könnten. Dadurch werden potenzielle Risiken und Engpässe frühzeitig sichtbar. 

 

Einkaufsmitarbeitende erhalten somit nicht nur Informationen über die erkannte Lieferantenänderung, sondern auch den dazugehörigen Geschäftskontext. Auf dieser Grundlage können sie vor der Übernahme der Änderung beurteilen, ob weitere Abstimmungen oder Gegenmaßnahmen erforderlich sind. 

 

Supplier Communications und Impact Analysis entfalten ihren größten Nutzen im gemeinsamen Einsatz, können jedoch auch unabhängig voneinander aktiviert und genutzt werden, um individuelle Unternehmensanforderungen zu unterstützen. 

Systemvoraussetzungen

Für die Nutzung der Impact-Analysis-Funktionen müssen insbesondere folgende Voraussetzungen berücksichtigt werden:

  • Microsoft Dynamics 365 Supply Chain Management 10.0.48, Build 10.39.2117 oder höher. Bei Version 10.0.48 sollte der neueste verfügbare Build verwendet werden.
  • Aktivierung der Funktionen Immersive Home, Agent management (Production-ready preview) und Procurement Agent - Impact analysis in der Funktionsverwaltung.
  • Copilot for finance and operations apps ab Version 1.0.03048.2 sowie Copilot in Microsoft Dynamics 365 Supply Chain Management ab Version 1.1.03510.1. Die Installation bzw. Aktualisierung der Komponenten muss in dieser Reihenfolge erfolgen.
  • Veröffentlichter Copilot-Studio-Agent Procurement Agent - Impact Analysis in der Zielumgebung sowie eine geeignete Agentenidentität mit den erforderlichen Berechtigungen.

Supplier Communications: Lieferanteninformationen effizient verarbeiten

Supplier Communications unterstützt den Einkauf bei der Verarbeitung eingehender Lieferanteninformationen. E-Mail-Inhalte und Anhänge können analysiert, relevanten Einkaufsbestellungen zugeordnet und als erkannte Änderungen transparent dargestellt werden. Dazu zählen beispielsweise Mengenänderungen, Stornierungen, Preis- oder Einheitspreisanpassungen sowie Aktualisierungen von Liefer- und Versandterminen.

Für Tests ist nicht zwingend eine vollständige E-Mail-Integration erforderlich. Lieferantennachrichten können im Arbeitsbereich Emails from vendors manuell erfasst werden. So lässt sich nachvollziehen, welche Informationen der Agent extrahiert, wie die Nachricht klassifiziert wird und welcher Bestellung die Änderung zugeordnet wird.

Dadurch entfällt ein großer Teil der manuellen Prüfung von E-Mails und der Pflege von Einkaufsbestellungen. Die Einkaufsabteilung kann sich stärker auf strategische Aufgaben konzentrieren, anstatt Lieferanteninformationen manuell zu erfassen.

Impact Analysis: Auswirkungen von Bestelländerungen frühzeitig erkennen

Impact Analysis bewertet die nachgelagerten Auswirkungen relevanter Änderungen an Bestellpositionen. Dazu gehören insbesondere ein verschobener bestätigter Liefertermin, eine reduzierte bestätigte Menge oder die Stornierung einer Bestellposition. Die Analyse unterstützt den Einkauf dabei, mögliche Risiken für abhängige Bedarfe und Lieferzusagen frühzeitig zu erkennen.

Abhängig von den vorhandenen Verknüpfungen kann die Analyse Auswirkungen auf geplante oder freigegebene Produktionsaufträge, Verkaufsaufträge, Umlagerungsaufträge sowie weitere zugeordnete Bedarfe sichtbar machen. Die Ergebnisse dienen als Entscheidungsgrundlage. 

Notwendige fachliche Maßnahmen und Systemänderungen bleiben durch den zuständigen Benutzer zu prüfen.

Nutzen für Unternehmen

Der Procurement Agent macht die Zusammenarbeit mit Lieferanten in Dynamics 365 Supply Chain Management spürbar effizienter: Änderungen werden automatisch erkannt, bewertet und transparent gemacht – für eine schnellere Reaktion auf Lieferengpässe und eine bessere Planungssicherheit im gesamten Unternehmen.

•  Reduzierter manueller Aufwand bei der Prüfung und Zuordnung von Lieferanteninformationen.

•  Schnellere Reaktion auf Mengenreduzierungen, Terminverschiebungen und Stornierungen.

•  Frühzeitige Transparenz über mögliche Auswirkungen auf Produktion, Vertrieb und interne Versorgung.

•  Weniger Medienbrüche durch die Verbindung von Kommunikation, Bestellbezug und Auswirkungsanalyse.

•  Bessere Entscheidungsgrundlagen für Einkaufsmitarbeiter bei kritischen Lieferabweichungen.

 


Hinweise zur Einführung

Die Impact-Analysis-Funktionen werden von Microsoft als Production-ready preview dokumentiert. Vor dem Einsatz sollten Unternehmen die technischen Voraussetzungen, Sicherheitsrollen, Agentenidentität, Power-Platform-Verbindungen, Copilot-Studio-Veröffentlichung sowie mögliche Data-Loss-Prevention-Richtlinien in der jeweiligen Umgebung prüfen. Ebenso empfiehlt sich ein fachlicher Test mit typischen Lieferantenszenarien und klar definierten Verantwortlichkeiten für die Prüfung und Umsetzung vorgeschlagener Maßnahmen.


Weiterführende Informationen:

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