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D365 Anwendung von Sammelgebühren auf Angebote und Verkaufsaufträge

Mit der neuen Funktion in Dynamics 365 Supply Chain Management wird es Unternehmen möglich, komplexe Gebührenstrukturen direkt in ihren Angeboten und Verkaufsaufträgen zu berücksichtigen. Diese Erweiterung bietet mehr Flexibilität bei der Preisgestaltung, sorgt für eine transparente und präzise Nachverfolgung der Gesamtkosten und ermöglicht die automatische Berechnung komplexer Gebührenstrukturen.

Wichtige Vorteile:

  • Automatische Gebührensequenzen: Definiere eine Reihenfolge für die Anwendung von Gebühren, sodass prozentuale Aufschläge auf bereits berechnete Beträge erfolgen können.
  • Periodische Gebühren: Füge zeitbasierte Gebühren hinzu, z. B. für Miet- oder Servicezeiträume.
  • Positionsgebühren: Weise spezifische Gebühren für einzelne Artikel oder Einheiten zu.
  • Erhöhte Transparenz: Alle Gebühren werden klar in Angeboten und Verkaufsaufträgen angezeigt.

 

 

Mit dieser Erweiterung können Zuschläge auf Basis des aktuellen Gesamtbetrags des Auftrags berechnet werden – einschließlich bereits angewandter Zuschläge – anstatt nur auf dem ursprünglichen Grundwert. Dies ist besonders relevant in Situationen, in denen sich der Berechnungsgrundwert variable ist und weitere Gebühren einbezogen werden müssen.
Darüber hinaus lassen sich Mindestzuschläge festlegen, um feste Kosten wie Lieferaufwendungen abzudecken. Damit werden alle Kosten abgedeckt und zugleich effiziente Bestellprozesse gewährleistet, indem Unternehmen für bestimmte Kund*innen Mindestzuschläge oder Liefergebühren für beliebige Liefertage festlegen können.

Wenn Unternehmen komplexe Anforderungen an Zuschläge hat, steht die Möglichkeit zur Verfügung, zusammengesetzte Zuschläge sowie Mindestzuschläge für Angebote und Verkaufsaufträge zu konfigurieren.

 

Zusammengesetzte Zuschläge

Die neue Funktion kann mehrere Arten von zusammengesetzten Zuschlägen unterstützen, von denen die wichtigsten: SequenzZusammensetzungWertbasisSteuer in Wertbasis einbeziehen und Einheitenspezifischer Positionszuschlag sind.

Die Wertbasis, auf der eine automatische Gebühr berechnet wird, kann angepasst werden, indem die Gebühr als „Zusammensetzung“ definiert wird. Basierend auf der in der automatischen Gebühr definierten Einrichtung berechnet das System eine zusammengesetzte Gebühr, indem es alle vorherigen Gebühren mit niedrigerer Sequenznummer zur Berechnungsbasis addiert. Dadurch beeinflussen sich prozentuale Kopfgebühren, Positionsgebühren und der Nettobetrag über alle Angebots- und Auftragspositionen hinweg. Es ist konfigurierbar, ob die Wertbasis Positionsgebühren und deren Mehrwertsteuer sowie andere Kopfgebühren und die Umsatzsteuer einschließt.

Zusätzlich können automatische Gebühren auf Positionsebene mit dem Typ „Spezifische Maßeinheit“ eingerichtet werden. Damit lässt sich eine bestimmte Verkaufseinheit (UoM) definieren, auf die die Gebühr angewendet wird. Das System vergleicht die definierte Einheit mit der Verkaufseinheit der Auftragsposition und berücksichtigt vorhandene Umrechnungen. Optional kann eine exakte Übereinstimmung der Verkaufseinheit gefordert werden.

 

Kontept zu zusammengesetzten Zuschlägen 

  • Zusammengesetzte Zuschläge: Zuschläge, die aufeinander aufbauen, anstatt unabhängig voneinander berechnet zu werden.
  • Berechnungsreihenfolge (Sequenz): Bestimmt die Reihenfolge, in der Zuschläge angewendet werden. Spätere Zuschläge können vorherige Zuschläge in ihre Berechnung einbeziehen.
  • Header- vs. Zeilen-Zuschläge:
    • Header-Zuschläge: Gelten für den gesamten Auftrag oder das Angebot.
    • Zeilen-Zuschläge: Gelten für einzelne Positionen.
  • Auswirkung auf die Preisgestaltung: Ermöglicht eine kumulative Kostenberechnung, häufig verwendet für Szenarien wie Steuer auf Fracht oder Aufschläge auf Bearbeitungsgebühren.

 

Beispiel für zusammengesetzte Zuschläge

Szenario:

  • Sie haben einen Verkaufsauftrag mit zwei Zuschlägen:
    • Frachtkosten: 100 $
    • Versicherungskosten: 10 % des Gesamtbetrags einschließlich Fracht

       

Wie D365 SCM dies anwendet:

  1. Das System berechnet zuerst die Frachtkosten: 100 $.
  2. Die Versicherung wird als 10 % des Zwischensaldos (einschließlich Fracht) berechnet:
    • Zwischensaldo = 100 $
    • Versicherung = 100 $ × 10 % = 10 $
  3. Gesamte Zuschläge = 100 $ (Fracht) + 10 $ (Versicherung) = 110 $.

     

Header- vs. Zeilen-Beispiel:

  • Header-Zuschläge: Fracht und Versicherung werden auf die gesamte Bestellung angewendet.
  • Zeilen-Zuschläge: Wenn jede Position eigene Fracht- und Versicherungskosten hat, wird die zusammengesetzte Logik pro Zeile angewendet.

 

Mindestzuschläge 

Die Funktion für Mindestzuschläge wurde um das Konzept der Periodengebühren erweitert. Damit können Unternehmen Kund*innen für Bestellungen Gebühren berechnen, die über einen bestimmten Zeitraum nicht die definierten Kriterien erfüllen. Die Funktion ermöglicht die Einrichtung von Regeln für periodische Gebühren, um solche Fälle zu identifizieren und entsprechende Gebühren festzulegen.
Die Berechnung kann auf Basis eines Mindestbetrags (z. B. Liefergebühr), einer Mindestbestellmenge oder einer Kombination aus beiden erfolgen. Es stehen drei Varianten von Periodengebühren zur Verfügung:

  • Monetärer Schwellenwert: Wenn die Summe der berechneten Liefergebühren für einen Zeitraum unter dem Mindestwert liegt, wird die Differenz als Gebühr auf einer Freitextrechnung ausgewiesen.
  • Mengenschwellenwert: Wird die Mindestbestellmenge im Zeitraum nicht erreicht, erfolgt eine Pauschalgebühr auf einer Freitextrechnung.
  • Kombinierter Schwellenwert: Verbindet beide Kriterien und erstellt eine Freitextrechnung, um Fehlbeträge auszugleichen.

     

 

Konzept zu Mindestzuschlägen

  • Mindestzuschlag: Ein vordefinierter Mindestbetrag, der angewendet wird, wenn die berechneten Gebühren unter einen bestimmten Schwellenwert fallen.
  • Schwellenwert: Der festgelegte Betrag, unterhalb dessen der Mindestzuschlag ausgelöst wird.
  • Anwendungslogik:
    • Wenn die insgesamt berechneten Gebühren kleiner als der Schwellenwert sind, wird der Mindestzuschlag angewendet.
    • Wenn die Gesamtsumme den Schwellenwert überschreitet, gelten die normalen Gebühren.
  • Header- vs. Zeilen-Mindestgebühren:
    • Header-Mindestgebühren gelten für den gesamten Auftrag oder das Angebot.
    • Zeilen-Mindestgebühren gelten für einzelne Positionen.
  • Auswirkung auf die Preisgestaltung: Stellt sicher, dass unabhängig von Rabatten oder kleinen Mengen ein Mindestkostenbasiswert eingehalten wird.

     

 

Beispiel für Mindestzuschläge

Szenario:

  • Sie haben einen Verkaufsauftrag mit Frachtkosten, die auf Basis des Gewichts berechnet werden.
  • Die berechneten Frachtkosten für den Auftrag betragen 8 $, aber Ihre Geschäftsregel verlangt einen Mindestzuschlag von 15 $ für den Versand.

Wie D365 SCM dies anwendet:

  1. Das System prüft die berechneten Kosten gegen den definierten Schwellenwert (Mindestzuschlag).
  2. Da 8 $ < 15 $, überschreibt das System die berechneten Kosten und wendet 15 $ als Endbetrag an.
  3. Wenn die berechneten Kosten 20 $ betragen hätten, würde der Mindestzuschlag nicht angewendet.

Header- vs. Zeilen-Beispiel:

  • Header-Mindestgebühr: Wenn die gesamten Frachtkosten des Auftrags unter 15 $ liegen, wird auf Header-Ebene 15 $ angewendet.
  • Zeilen-Mindestgebühr: Wenn jede Artikelzeile ihre eigene Frachtberechnung hat, wird der Mindestzuschlag pro Zeile angewendet, falls erforderlich.

 

 

Fazit

Diese Funktion ermöglicht es Unternehmen, komplexe Preis- und Gebührenmodelle effizient umzusetzen und gleichzeitig die Genauigkeit der Kalkulation zu verbessern.

Die Verwendung von zusammengesetzten Gebühren vereinfacht den Angebotsprozess und steigert sowohl die Effizienz als auch die Präzision bei der Preisgestaltung. Dadurch können Organisationen ihre Prozesse leichter verwalten und offen mit Kund*innen kommunizieren.

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